Wettbewerb 2011

"Innenstadt! - Barrierefrei?"

Ein wichtiger Ort der Gesellschaft ist nach wie vor die Innenstadt. Die Innenstadt ist einerseits Wohn- und Arbeitsstandort, Ort für Kultur, Freizeit, Bildung und Handel.  Andererseits ist die Innenstadt Kulturgut und Gesicht der Gesamtstadt. Die Innenstadt ist der Standort für Entwicklung, Austausch und Begegnung in der Stadt. Die bauliche, funktionale und kooperative Entwicklung der Innenstädte stand in den letzten 20 Jahren im Fokus Brandenburger Landespolitik. Mit dem vierten Innenstadtwettbewerb im Jahre 2011, ausgeschrieben vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL), sollte diese Bedeutung abermals hervorgehoben werden. Das Thema dieses vierten Innenstadtwettbewerbs lautete „Innenstadt! – Barrierefrei?“ Der Wettbewerb wollte konkrete Beispiele mit Nachahmungscharakter auszeichnen und öffentlich machen. Gefragt waren dabei Maßnahmen, die dem Abbau  und der Vermeidung von Barrieren dienen. Mit dem Wettbewerb sollten Anstöße für zukunftsfähige Projekte gegeben werden. Es sollten Beispiele für ähnliche Initiativen geboten werden und zur Sensibilisierung für dieses Thema beigetragen werden.
Unter barrierefrei im Sinne des Wettbewerbs ist die uneingeschränkte Beweglichkeit aller Nutzerinnen und Nutzer in der Innenstadt und die mögliche Wahrnehmung aller Angebote der Innenstadt zu verstehen. Wie bei den drei vorangegangenen Innenstadtwettbewerben (2004, 2006, 2009) sollten auch mit dem vierten Innenstadtwettbewerb Akteure aus verschiedenen Bereichen, mit unterschiedlichen Sicht- und Denkweisen, Kompetenzen und Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Innenstadt und zur Bildung neuer, strategischer Kooperationen motiviert werden.

 

Durchführung

Der vierte Innenstadtwettbewerb mit dem Thema „Innenstadt! – Barrierefrei?“ wurde am 16.03.2011 im Rahmen eines Pressegesprächs vom MIL ausgelobt. Abgabefrist für die Wettbewerbsbeiträge war der 31.05.2011. Nach einer formellen und inhaltlichen Vorprüfung im Juni tagte das Preisgericht am 24.08.2011, um die Preisträger zu küren. Die Preisverleihung fand am 07.11.2011 im Rahmen einer Fachtagung zum Thema Barrierefreiheit in den Räumen des MIL in Potsdam statt.

 

Teilnehmende Städte

Karte der Teilnehmerstädte 2011

 

Insgesamt gingen 22 Beiträge mit dem Bezug zu folgenden 18 Brandenburger Städten ein:

Ein Beitrag hatte keinen konkreten Ortsbezug, da das eingereichte Projekt universell auf Städte anwendbar ist.
Der überwiegende Anteil der Beiträge kam aus Städten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern. Als positiv konnte die Beteiligung von kleinen Städten zwischen 5.000 und 20.000 Einwohnern beurteilt werden, die teilweise sehr komplexe Beiträge eingereicht hatten.

Teilnehmende Akteure

Erwartungsgemäß war die Beteiligung von Kommunen bei diesem Wettbewerb groß. Für ca. zwei Drittel aller eingegangenen Wettbewerbsbeiträge zeigten sich Stadtverwaltungen oder Gebietsbeauftragte für die Stadtsanierung verantwortlich. Fast ein Fünftel aller Beiträge stammte von Vereinen oder Interessengruppen (z. B. Behindertenbeiräte). Jeweils ein Beitrag ging von einer Wohnungsgesellschaft sowie einer Kirchengemeinde ein. Ein weiterer Wettbewerbsbeitrag wurde von zwei Diplomanden eingereicht, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit einer Stadtverwaltung kooperiert hatten.

Bandbreite der eingereichten Beiträge

Die eingereichten Beiträge wiesen eine große inhaltliche Bandbreite auf. Fast zwei Drittel der Projekte hatten bauliche Maßnahmen zum Inhalt, während ein Drittel der Beiträge ihren Fokus auf das Thema Kommunikation setzten oder konzeptioneller Natur waren. Bei den Beiträgen mit baulichen Maßnahmen ist hervorzuheben, dass sich ein großer Anteil der Beiträge (sechs Beiträge) auf ganze Bündel von baulichen Maßnahmen, sowohl im öffentlichen Raum, als auch an Gebäuden bzw. Einrichtungen (z.B. Freizeiteinrichtungen) bezog. Die meisten dieser Maßnahmen hätten auch durchaus als Einzelprojekte ihre Teilnahme am Wettbewerb rechtfertigen können. Bei Einzelbetrachtung der komplexen Beiträge sind mehr als 200 Einzelmaßnahmen eingereicht worden.
Drei Beiträge bezogen sich auf einzelne Straßenbaumaßnahmen, zwei weitere auf die Umgestaltung von Plätzen. Drei Beiträge befassten sich mit dem barrierefreien Umbau von Gebäuden, wobei sich zwei Beiträge auf Einzelmaßnahmen konzentrierten und einer den schrittweisen Umbau des gesamten Wohnungsbestandes einer Wohnungsbaugesellschaft zum Inhalt hatte. Teilweise wurden auch Regellösungen für den weiteren Umbau erarbeitet.
Im Block der nicht-baulichen Beiträge, die sich auf die „weichen“ Faktoren der Innenstadtentwicklung konzentrierten, überwogen die Projekte mit Beteiligungsansätzen, die gleichzeitig auf die Bewusstseinsbildung bei Bürgern, in der Verwaltung und in der Wirtschaft setzten. Zwei eingereichte Beiträge waren rein konzeptioneller Natur.

Insgesamt zielte der Großteil der Maßnahmen auf Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Menschen ab. Dort war nach Sachlage der eingereichten Beiträge der Umsetzungsstand auf einem hohen Niveau. Maßnahmen für Menschen mit Sinnesbehinderungen waren dagegen noch Einzelfälle.

Wettbewerbsbetreuung

Der Wettbewerb wurde von dem Planungsbüro die raumplaner betreut.

Unterlagen zum Innenstadtwettbewerb 2011

© simple graphic


Wettbewerbsflyer

(pdf-Dokument, 1,8 MB)

Ausschreibungsunterlagen
(pdf-Dokument, 0,4 MB)


Preisträger 2011

Preisträger

Bernau

Dahme/Mark

Eberswalde

Rathenow

Anerkennungen

Fürstenwalde


Preisverleihung/Fachtagung 2011

Am 7.11.2011 fand die Preisverleihung zum 4. Innenstadtwettbewerb statt, die in eine Fachtagung eingebettet war. Nähere Informationen finden Sie hier.