„Schule schafft Vorgarten“ Gestaltung des Schulvorplatzes der Oberschule Wittenberge

Stadt
Wittenberge

Einreicher
Stadt Wittenberge
August Bebel Straße 10
19322 Wittenberge

Leitidee
Mit der Umgestaltung des Vorplatzes der Oberschule Wittenberge soll ein begrünter Platz mit Aufenthaltsqualitäten realisiert werden, dessen Zielgruppen Schülerinnen und Schüler aber auch Anwohnerinnen und Anwohner des Gebiets sind.

Akteurinnen und Akteure
Stadt; Landschaftsplaner; Lehrer; Schülerinnen und Schüler

Schwerpunkte bzw. Besonderheiten des Projekts

  • Gestaltung einer Grünfläche mit Aufenthaltsqualität für die Schülerschaft sowie für Anwohnerinnen und Anwohner des Gebiets
  • aktive Einbindung der Schülerinnen und Schüler in den Planungs- und Gestaltungsprozess

Kurzbeschreibung

Neues Fenster: Bild vergrößernGestaltung der historischen Litfaßsäule durch Schülerinnen und Schüler © Stadt WittenbergeVon Schülerinnen und Schülern der Oberschule Wittenberge wurde der Wunsch geäußert, den Vorplatz der Schule umzugestalten und eine Gedenkstele für die vergessene Stadtgeschichte um das Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme aufzustellen. Dies gab den Anstoß, resultierend aus den unterschiedlichen Ansprüchen an die Fläche und aus städtebaulichen Missständen, eine Umgestaltung des bisherigen Platzes vorzunehmen. Der ca. 570 m2 große Platz, gelegen im Sanierungsgebiet „Packhofviertel“, wurde bisher vorrangig zum Parken und als Treffpunkt für die Schülerschaft genutzt. Mit der Unterstützung eines Kunstlehrers formulierten die Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen an zur Gestaltung ihres "Vorgartens" und zeigten Interesse, sich aktiv in den Planungs- und Ausführungsprozess einzubringen. Um die Ansprüche und Vorstellungen an den Vorschulplatz zu koordinieren und in die Planung aufzunehmen, wurden gemeinsame Workshops in der Schule organisiert. Dabei wurden die Themenfelder Grüngestaltung, Stadtmobiliar und Flächengestaltung intensiv diskutiert. Durch diese frühzeitige und planungsbegleitende Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler und der damit verbundenen direkten Mitgestaltung des Schulumfelds hat das Projekt Vorbildcharakter.

Im Zuge der gemeinsamen Planung für den Schulvorplatz wurde der Bedarf einer Grünfläche mit Aufenthaltsqualität im Wohnquartier definiert. Dieser soll unter anderem durch Bepflanzung mit Hochbeeten, integrierte Stadtmöbel und stimmungsvolle Beleuchtung gestaltet werden.Neues Fenster: Bild vergrößernEntwurf Neugestaltung Schulvorplatz © Stadt Wittenberge Die Fläche soll zum Verweilen vor und nach der Schulzeit einladen und sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt werden. Neben einer modernen Ausstattung des Platzes wird die vorhandene historische Litfaßsäule erhalten und durch die Schülerschaft neu gestaltet. Begleitend zur Umgestaltung des Platzes war die Neuordnung des Parkens in dem Gebiet erforderlich. Auf einer ehemaligen Abrissfläche in der Scheunenstraße wurde dafür ein neuer Parkplatz geschaffen, der begrünt wurde und dessen umliegenden Wände und Mauern durch die Schülerinnen und Schüler mit Graffitibildern gestaltet wurden.

Neben der Mitgestaltung an dem Platz Neues Fenster: Bild vergrößernBeteiligung der Schülerinnen und Schüler am Planungsprozess © Stadt Wittenbergekonnten die Schülerinnen und Schüler aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Landschaftsplanerinnen und -planern Einblicke in dieses Berufsfeld erhalten. Die Umgestaltungsmaßnahme ist eingebettet in einen übergeordneten städtebaulichen Rahmenplan mit Grünkonzept.

Auszeichnung des Preisgerichts

Neues Fenster: Bild vergrößernPreisverleihung © die raumplaner, LOKATION:SAuf den ersten Blick erscheint das Projekt wie eine gewöhnliche Maßnahme der Stadtentwicklung!

Aber…

durch die verantwortliche Beteiligung der Schülerinnen und Schüler im Planungsprozess konnten die jungen Menschen ermuntert werden, sich mit ihrer baulichen Umgebung auseinanderzusetzen, sich mit ihrem Umfeld zu identifizieren und dieses aktiv mitzugestalten.

Der neugestaltete Schulvorplatz verbessert den Lebens-, Aufenthalts- und Kommunikationsraum für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen in dem Stadtgebiet. Die Aufenthaltsqualität des Platzes soll durch eine Gestaltung der Bepflanzung in Hochbeeten, integrierte Stadtmöbel, die Gestaltung historischer Elemente und die Ergänzung durch eine stimmungsvolle Beleuchtung verbessert werden. So entsteht ein Ort, der Möglichkeiten zum Verweilen bietet und als Treffpunkt dient.

Die Jury würdigt das vorbildliche Projekt, weil es einen herausragenden Beteiligungs- und Verantwortungsprozess der Schülerinnen und Schüler initiiert hat. Die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit dem Stadtteil wächst durch die Umsetzung eines mitverantworteten Projekts. Dies wird unterstrichen durch den Wunsch der Schülerinnen und Schüler, auf dem Platz eine Gedenkstele für das Außenlager des KZ Neuengamme aufzustellen. Der ehemalige triste und versiegelte Parkplatz wird durch das Projekt zu einem kleinen Platz mit guter städtebaulicher Aufenthaltsqualität entwickelt. Neben der baulichen Gestaltung wurde die Organisation und die inhaltliche Programmgestaltung unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler sorgfältig ausgearbeitet und wird im Verbund mit weiteren Projektbeteiligten zur Realisierung gebracht.