Grünes Quartier der Zukunft – gemeinsam, zentral, sozial

Stadt
Frankfurt (Oder)

Einreicher
Stadt Frankfurt (Oder), Bauamt
Goepelstraße 28
15234 Frankfurt (Oder)

Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH
Heinrich-Hildebrand-Straße 20B
15232 Frankfurt (Oder)

Leitidee
Mit Fokussierung auf einer Öffnung der Höfe, der Etablierung wichtiger Verbindungsachsen und der Schaffung qualitativer öffentlicher Grünräume soll sich das Wohnquartier Wollweberstraße zu einem Ort mit hoher Wohn-, Aufenthalts- und Lebensqualität entwickeln.

Akteurinnen und Akteure
Stadt; kommunales Wohnungsunternehmen; Bewohnerinnen und Bewohner

Schwerpunkte bzw. Besonderheiten des Projekts

  • Neuordnung und Aufwertung der Quartiersräume zur Verbesserung der Wegeverbindungen
  • Aufwertung der Grün- und Freiflächen mit generationsübergreifenden Angeboten
  • Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt, dem Land Brandenburg und einem kommunalen Wohnungsunternehmen

Kurzbeschreibung

Neues Fenster: Bild vergrößernWettbewerbsergebnis Lageplan © Stadt Frankfurt (Oder)Die Aufwertung der Freiflächen im Quartier Wollweberstraße wird als Teilprojekt eines Gesamtvorhabens zur Aufwertung des innerstädtischen Quartiers umgesetzt. Neben der Qualifizierung der Grünräume geht es um die Sanierung der Wohngebäude aus den 1950er und 1960er Jahren, den Umbau der ehemaligen Bürgerschule Stadtarchiv, die Sanierung der Kindertagesstätte "Hilde Coppi" und um den Abriss von zwei weitgehend leerstehenden Plattenbauten aus den 1980er Jahren. Grundlage des im Jahr 2014 initiierten Projekts bildet eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Frankfurt (Oder), der Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH (WOWI) und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) des Landes Brandenburg, die das Projekt gemeinschaftlich umsetzen. Auf Basis der Ergebnisse eines freiraumplanerischen Wettbewerbs zur Gestaltung der Frei-, Grün- und Straßenflächen wurde im September 2016 mit den Bauarbeiten an den Freianlagen begonnen. Die ersten Wohnungen sind bereits 2015 bezugsfertig gewesen, andere Wohneinheiten werden erst in 2019 saniert und umgebaut. Schwerpunkt im Gesamtprojekt ist die Aufwertung der Grün- und Freiflächen im Quartier. Dabei wurden zuvor privat genutzte Flächen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Freiflächen sind offen gestaltet worden und sollen dazu einladen, diese Bereiche zu nutzen. Darüber hinaus werden durch die nachhaltige Aufwertung zweier Promenaden attraktive Neues Fenster: Bild vergrößernGemeinsame Pflanzaktion © Stadt Frankfurt (Oder)Wegeverbindungen zu anderen innerstädtischen Grünräumen geschaffen, was insgesamt zu einer besseren Vernetzung der Stadträume beiträgt.

Das Gestaltungskonzept sieht die komplette Neuordnung der Quartiersfreiräume in Kombination mit klaren Wegehierarchien vor. Im Zentrum der Höfe bleibt der wertvolle Altbaumbestand erhalten und wird um standortgerechte Neupflanzungen in freier Anordnung, insbesondere im Stellplatzbereich, ergänzt. Eine multifunktionale Rasenfläche gibt Raum zum Spielen und Entspannen; Sitzelemente laden zum Verweilen ein. Im Westen der Wohnhöfe werden generationsübergreifende Spiel- und Aufenthaltsbereiche für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen in Anlehnung an die Reisen Alexander von Humboldts – der in Neues Fenster: Bild vergrößernSpielelemente im Innenhof © Stadt Frankfurt (Oder)Frankfurt (Oder) geboren wurde – angeordnet. Die Wohnhöfe werden zusammenhängend erlebbar und über ein neues Wegesystem wird dem nichtmotorisierten Verkehr Vorrang gegenüber den Fahrzeugen eingeräumt.

Neues Fenster: Bild vergrößernNeu gestalteter Innenhof © Stadt Frankfurt (Oder)

Auszeichnung des Preisgerichts

Neues Fenster: Bild vergrößernPreisverleihung © die raumplaner, LOKATION:SDie aus einem Wettbewerb 2014 hervorgegangene Wohnumfeldgestaltung hatte die Neuordnung der Quartiersfreiräume in Kombination mit klaren Wegehierarchien zum Ziel. Der für die Entstehungszeit der Wohnanlage bestimmende Seriencharakter der Gebäude wird im Freiraum aufgegriffen, erzielt aber mittels differenzierter Freiraumgestaltung eine eigenständige Adressbildung.

Die drei durchgrünten Wohnhöfe werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und sind damit als zusammenhängender Stadtraum erlebbar. Über ein neues Wegesystem wird dem nichtmotorisierten Verkehr ein deutlicher Vorrang gegenüber Fahrzeugen eingeräumt. Der Lennépark ist über klar erlebbare Wegeachsen mit den Magistralen verbunden und profitiert im Sinne der Erschließung und der sozialen Kontrolle von der Nachbarschaft der neuen Wohnanlage.

Das Projekt kann in allen Kategorien überzeugen, sowohl in gestalterischer, sozialer und funktionaler Hinsicht wie auch im Sinne eines attraktiven grüngeprägten Ortes im Zentrum Frankfurts.

Darüber hinaus wird der Beteiligungs-, Planungs- und Bauprozess des Projekts als vorbildlich gewürdigt.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass sich im Grünen Quartier der Zukunft ein privates Unternehmen proaktiv im Sinne einer zeitgemäßen Quartiersentwicklung engagiert und damit städtische Strukturen mitgedacht und mitgestaltet hat.

Diese Kooperation von Wohnungsunternehmen und Stadtverwaltung im Sinne eines lebendigen grünen Innenstadtraums wird als beispielhaft ausgezeichnet.